Geschichtliches

Teufelsbrück

Teufelsbrück ist die Bezeichnung für den Mündungsbereich des Baches Flottbek in die Elbe. Teufelsbrück (niederdeutsch: Düvels- bzw. Dübelsbrück) liegt in der historischen Gemarkung Klein-Flottbek am Südrand des Jenischparks in Hamburg und bezeichnete eine Brücke der Elbchaussee. Der Name ist inzwischen auch auf den Anleger der Elbfähren und den kleinen Yachthafen übergegangen. Das Gebiet gehört heute teils zum Stadtteil Othmarschen, teils zu Nienstedten. Der gesamte Bereich liegt in Überschwemmungsbereich der Elbe bei Sturmflut.
Den Namen verdankt die Stelle einer alten Legende:
An der Furt, wo heute die Elbchaussee die Flottbek überquert, verunglückten immer wieder Fuhrwerke durch Radbruch. Man nahm an, dass es dort „mit dem Teufel zuginge“. Daraufhin wurde ein Zimmermann beauftragt, eine Brücke über den Bach zu bauen. Dieser nahm für den Bau der Brücke die Hilfe des Teufels in Anspruch und versprach ihm dafür die Seele des ersten Lebewesens, das über die Brücke gehen würde.
Nachdem der Pfarrer aus Nienstedten am Tag der Einweihung die Brücke gesegnet hatte und sie betreten wollte, wurde ein Hase von der Menge aufgescheucht und lief als erstes Lebewesen über die Brücke.
Soweit die Legende. Die etwas nüchternere Fassung liest sich so: „In dänischen Zeiten gab es hier zwei Brücken, eine über die Flottbek und eine weiter westlich. Aus der ‚dövelten‘, also ‚doppelten‘ Brücke wurde die Düvelsbrück.“
Noch heute erinnert eine kleine Statue (siehe nebenstehendes Foto: „Der Teufel grübelt über sein Karnickel“) an den Teufel, der mit dem Karnickel (denn ein Hase war's wohl schwerlich) in der Hand darüber grübelt, wie ihm das passieren konnte - hatte er sich doch schon so auf die Seele des Pfarrers gefreut!
Frühere Teufelsfiguren waren aus Holz geschnitzt und wurden mehrfach von ihrem Sockel „entführt“ („geklaut“).
Der Name Teufelsbrück setzte sich erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts langsam durch, vorher war Teufelsbrücke die amtliche Bezeichnung. Die Handlung des im Jahr 2000 erschienenen Romans Teufelsbrück von Brigitte Kronauer spielt zum Teil hier. Ein kurze Szene des 2007 erschienen Films Auf der anderen Seite spielt in Teufelsbrück.
Auch die Schlussszene des Theaterstücks von Jean-Paul Sartre "Die Eingeschlossenen von Altona" "Les séquestrés d'Altona" spielt auf der Elbchaussee bei Teufelbrück.

Im März 2002 rammte der havarierte, 130 Meter lange, niederländische Containerfrachter Kasteelborg den Anleger Teufelsbrück und beschädigte ihn sowie das Café Engel auf dem Ponton schwer. Der Sachschaden an Schiff, Ponton und Restaurant betrug etwa 1,8 Mio. Euro.

 

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